Die Ukraine bleibt die "grosse Unbekannte"
Die Ukraine gehört zu den grössten Ländern Europas und ist aus westlicher Sicht nach wie vor eigentliches touristisches „Niemandsland“. Daran hat sich auch seit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit kaum etwas geändert. Die lliberalisierten Einreisebestimmungen für Touristen aus der EU und der Schweiz sind ein erstes Anzeichen dafür, dass die Regierung die Öffnung des Landes nach Westen forciert.
Trotz der Abstinenz eines westlichen Massentourismus ist die Ukraine aber ein sehr gefragtes Reiseziel - bis anhin hauptsächlich bei den Russen. Für viele von ihnen ist die Halbinsel Krim seit Jahrzehnten „das höchste aller Gefühle“. In der Hauptsaison füllen sie die Hotels und die bei ihnen bekannten Sanatorien. Und vor allem bezahlen sie für die Leistungen das, was von ihnen verlangt wird. Sie vergleichen mit den „Standards“ in ihrem Land und kehren voller Begeisterung aus ihren Ferien zurück. Und sie werden wieder hinfahren. Allein damit ist bereits sichergestellt, dass der Tourismus auf Krim floriert.

Ukraine
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Türkischer „Bankrott-Tsunami“ schwappt auf die Ukraine
Der Bankrott des Türkischen Reiseveranstalters Karya Tour hat fatale Folgen für Tausende von Touristen in der Ukraine. Sie hatten ihre Ferien über eines der vielen ukrainischen Büros von Karya oder deren Agenten gebucht und sich auf die Reise gefreut. Als der Reiseveranstalter am 9. Juli 2010 seine Aktivitäten einstellen musste, strandeten nicht allein rund 2000 Karya-Kunden in der Türkei. Eine wohl noch viel grössere Zahl von Menschen musste erfahren, dass die für nach diesem Datum gebuchten - und nach gängiger Praxis mit vom Reisebüro vermittelten Krediten bezahlten – Ferienreisen nicht angetreten werden können. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen.
Während die von Karya mit den Charterflügen beauftragte Ukraine International Airways UIA (sie verliert durch den Bankrott wohl Millionen) gestrandete Touristen mit rund einem Dutzend Repatriierungsflügen auf eigene Kosten zurück in die Heimat brachte, stehen die noch nicht abgereisten jetzt vor dem Nichts. Ihre Zahl kann nur geschätzt werden. Sie muss sehr gross sein: 2009 hatte die bankrotte Karya 80'000 Kunden in der Ukraine. Da diese das System von Risikoversicherungen nicht kennt, dürften sie allesamt ihr Geld verloren haben oder die Kredite abzahlen müssen. Ein schwerer Schicksalsschlag. 15.07.2010 rb
Die Hotellerie hat sich durch einige neue Häuser internationalisiert, aber nicht entscheidend verändert. Die ukrainischen Hotels sämtlicher Kategorien haben seit Jahren eines gemeinsam: sie werden etagenweise (aber nicht überall mit hohem Tempo) renoviert, um heutigen Anforderungen etwas besser gerecht werden zu können. Geblieben ist vielerorts die „Etagenfrau“. Sie ist auf ihrem Stockwerk die „gute Seele“ und kann Touristen viele wichtige Auskünfte geben, sofern dabei die sprachliche Verständigung möglich ist.
In den Hotels und anderen Einrichtungen in den Städten können sich Touristen mit englisch, in der Westukraine sogar verbreitet in deutsch, verständigen. Das „kleine Problem“ ist aber die kyrillische Schreibweise. Eine lokale Speisekarte liest sich für den hungrigen Gast aus einem westlichen Land etwa so, wie ein gravierender Fehler im Computerprogramm, aber in vielen Restaurants gibt es mindestens ein Exemplar in englischer Sprache. Zwar sind darin oft nur diejenigen lokalen Speisen aufgeführt, die auch „übersetzbar“ sind aber das Angebot ist dennoch sehr breit. Die kyrillische Schreibweise macht den Aufenthalt auch bei Spaziergängen sehr spannend. Wo ein Schaufenster fehlt, lässt sich an der Anschrift nicht erkennen, ob es sich hier um eine Schreinerwerkstatt oder einen Sexshop handelt. Touristen fallen sicher auch auf den grösseren Bahnhöfen auf, wo kaum etwas „ausländisch“ beschriftet ist. Es ist dabei allerdings kein nennenswertes Problem, sich zum richtigen Zug durchzufragen.
Die Ukrainer sind gegenüber Touristen meist sehr hilfsbereit. Höflich fragen genügt, um Hilfe zu bekommen. Wer das Glück hat, am Zielort jemanden zu kennen, lernt sogar die Ukraine so kennen, wie sie wirklich ist.
Wer nach der Ukraine reisen will, und vor allem, wer nicht schon einmal dort war, sollte die Dienste eines spezialisierten Reiseveranstalters in Anspruch nehmen und sich ein massgeschneidertes Reiseprogramm zusammenstellen lassen. Reisen in die Ukraine sind Individualreisen und es macht absolut Sinn und spart viel Zeit, für die organisatorischen Belange Spezialisten zu konsultieren. Auf einer Reise wird es an Unerwartetem und Überraschendem, an Verblüffendem und Faszinierendem ohnehin nicht fehlen. wev![]()
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Von westlichen Touristen ebenfalls noch nahezu unentdeckt geblieben ist das weitläufige Freilichtmuseum nur unweit der Stadt.
Wer Zeit und Musse findet, kann hier sogar auch ganztägig verweilen und dabei viel über das Land und seine doch recht verschiedenen Regionen erfahren.

Die Unterhaltungsmöglichkeiten in Kiev sind sehr vielfältig, für westliche Besucher jedoch nicht immer ganz leicht zu finden. In den Hotels liegen aber professionell produzierte und sehr informative Veranstaltungskalender in Form von Zeitschriften auf. Sie geben Auskunft darüber, was wann wo stattfindet - und wo sich Besucher und Besucherinnen der Stadt noch unterhalten können. wev
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Kiev als
Millionenstadt mit versteckten Attraktionen
Ausflugsprogramme und Stadtrundfahrten gibt es noch nicht in dem Ausmass, wie in typischen touristischen Zentren. Vor allem muss meist danach gefragt werden, wenn man von ihnen erfahren will. Viele sehenswerte Attraktionen bleiben aber bis heute nahezu "versteckt".
Beeindruckend ist das bei Touristen fast noch unbekannte Museum, in welchem die Ukraine ihren „Staatsschatz“ präsentiert und der entsprechend gut bewacht wird. Wohl recht einmalig sind die Ausstellungsvitrinen. Diese enthalten Goldschätze von enormem Wert, wirken aber selbst wie bescheidene Schülerterrarien.
Das "Erwachen", das die Ukraine anlässlich des "Eurovision Song Contest" 2005 in Kiev gegenüber der ganzen Welt proklamierte, findet seither auch im touristischen Bereich statt. Trotz langjährigen politischen Wirren fällt auf, dass sich die Ukraine den gängigen Standards anzupassen versucht. Das gilt auch für das tägliche Leben, dessen Kosten auch für die einheimische Bevölkerung rasant steigen - und weiter steigen.
Gemessen am Preis-/Leistungsverhältnis bestehen aber verständlicherweise doch noch einige Defizite. Und so lange die zwar nicht gerade im ganzen Land übermässig geliebten russischen Touristen mehr Geld bringen, als das Reisende aus dem Westen tun würden, besteht offenbar vielerorts noch kein akuter Handlungsbedarf.
Dennoch und vielleicht gerade darum ist die vielseitige Ukraine ein nichtalltägliches, faszinierendes Reiseziel. Die Hauptstadt Kiev kann mit regelmässigen Direktflügen erreicht werden, Weiterflüge in andere Städte mehr denn je sind gewährleistet. Odessa kann ab Wien direkt erreicht werden, die Krim durch Kiev oder Istanbul. Lokale Bus- und Zugsreisen können der Kategorie „Erlebnisferien“ zugeordnet werden. Die Züge sind zur Hauptsaison "traditionell" masslos überbucht.
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