Einzelreisende bestraft - als Kunden abgeschreckt ?

Alleinreisende und Singles
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Gängige Katalogangebote tragen seit Jahr und Tag ein und die selbe Handschrift. Sie richten sich in allererster Linie an Ehepartner und natürlich an Familien mit Kindern, denn zu den normalen Schul- Hauptferienzeiten lassen sich die attraktiven Pauschalangebote zu den höchsten Preisen verkaufen. Es ist dabei nicht einfacher geworden, während der Schulferien die aufgelegten Charterflüge auszulasten und ab und zu muss dieses Ziel da und dort auch über eine kurzfristige „Aktion“ erreicht werden. Aber die Rechnung für die Veranstalter geht offenbar auf. Das ist auch gut so, ansonsten die Reiseveranstalter noch einige Sorgen mehr hätten.
Eher unverständlich ist dagegen seit Jahren, dass sowohl die Reiseveranstalter wie Hotels das interessante Potential von Einzelreisenden einfach übergehen. Dabei wären Einzelreisende genau das Publikum, welche Charterflüge und Hotels auch neben den Schulferienterminen besser auslasten könnten. Sie sind mit ihren Ferien weniger termingebunden und schätzen es vielleicht sogar, wenn das gewählte Hotel nicht einem überfüllten Rummelplatz gleicht. Einzelreisende sind im Hotel bestimmt auch konsumfreudiger. Paare und Familien mit ihren Kindern sind grundsätzlich unternehmungslustiger als Einzelpersonen und damit weniger im Hotel anzutreffen. Einzelpersonen sind dabei aber nicht „Einsiedler“, sondern suchen auch Kontakt und Gesellschaft. Dadurch sind sie bestimmt auch häufiger an der Hotelbar, um nur ein Beispiel zu nennen. Und auch dort können die Hotels Einnahmen generieren.
So lange Einzelreisende mit hohen Zuschlägen förmlich bestraft werden, überlegen sie mindestens zwei Mal, ob sie überhaupt eine solche Reise buchen sollen. Und oft verzichten sie darauf, zu reisen. Zu sehr sind die Erinnerungen noch im Hinterkopf: Die meisten Menschen im Hotel sind schon in Begleitung und um Bekanntschaften zu machen, dauert es Tage ... Das macht wenig Spass und wer will schon Ferien mit dem Fazit „Ausser Spesen - und schönem Wetter - kaum etwas gewesen“.
Reisebranche und vor allem Hotels könnten sich oder müssen sich wohl bald aus wirtschaftlichen Gründen „spät aber jetzt“ überlegen, wie sie neue Kundinnen und Kunden gewinnen können. Einzelreisende könnten dazu ein Schritt in die richtige Richtung sein. Wenn sie wissen, dass sie im Hotel auch auf andere Einzelreisende treffen können, fällt ihnen die Buchung bestimmt leichter. Dazu müsste die ganze Tourismusbranche aber sozusagen den „Zimmerpreis“ einführen, egal ob der Raum mit einer oder zwei Personen belegt ist.
Abschied nehmen könnte die Reisebranche auch endlich vom Begriff Einzelzimmer, denn solche gibt es kaum mehr. Lediglich ältere Hotels verfügen noch über Räume, welche sich nur durch ihre Einrichtung, nicht aber die Grösse, von „Besenkammern“ unterscheiden und sich deshalb „Einzelzimmer“ nennen. Zeitgemässe Hotels richten ausschliesslich Doppelzimmer ein. Warum sollen solche nicht zur Alleinbenutzung einer einzelreisenden Person verkauft werden, wenn dadurch ein Kunde gewonnen werden kann? wev![]()
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