
Russland
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Transsib und die Illusion von der Eisenbahn-Romantik
Sie faszinieren seit Jahren immer wieder, die gefilmten Berichte über Reisen mit der Transsibirischern Eisenbahn, welche über die Bildschirme westlicher Länder flimmern. Aber alle diese Filme haben eines gemeinsam: sie zeigen das, was die Filmemacher zeigen wollen, weil sie die dazu passenden Bilder auf der Strecke zwischen Moskau und Wladiwostok dank der gütigen Mithilfe russischer „Babysitter“ (russisch sprechende „Betreuer“) auf frühzeitige Anmeldung hin auch finden. Was als abenteuerliche Eisenbahn-Romantik präsentiert wird, ist meist ein ganz grosses Stück von der Realität entfernt.Die Transsibirische Eisenbahn, kurz Transsib genannt, ist die längste durchgehende Eisenbahnverbindung der Welt und in erster Linie die Hauptverkehrsachse von Russland. Sie hat eine Länge von 9297 km mit mehr als 80 Stationen zwischen Moskau und dem Pazifik. Auf der Strecke gibt es insgesamt 396 Bahnhöfe. Neben der grossen Vielzahl von anderen Zügen auf der Strecke wird diese auch vom Zugpaar 1/2 Moskau-Wladiwostok und zurück befahren, welchem die Transsib ihren Ruf von der Eisenbahn-Romantik verdankt. In die relative Nähe solcher Träume kommt aber lediglich der auf Touristen ausgerichtete und zu bestimmten Terminen verkehrende Sonderzug "Zarengold" mit vielen Stopps für die Gäste und einem speziellen Programm.

Der fahrplanmässige Alltag sieht so aus: Die Züge haben fast ausschließlich Liegewagen-Großraumabteile mit 52 Liegen, sowie enge Viererabteile oder Zweierabteile. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit der Züge ist 60 bis 70 km/h (inklusive der längeren Aufenthalte unterwegs). Der Zustand der russischen Eisenbahnen ist weit entfernt von westlichen Komfort-Vorstellungen aber allgemein befriedigend. Alleine reisende Touristen sollten es den Russen gleichtun und Verpflegung und Getränke vor der Abreise kaufen und mitnehmen. Ohne Sprachkentnisse ist der Kauf von Esswaren und Getränken bei den Stationen zumindest abenteurlich.
Auch wenn Zweier-Abteile im Zug meist teurer sind als das Flugticket für die selbe Strecke, kostet die Bahnfahrt bedeutend weniger, wenn sie in Russland und nicht im Ausland gekauft wird. Die preislichen Unterschiede sind zum Teil frappant. Der Kauf eines Tickets in Russland ohne Sprachkenntnisse ist aber selbst für sehr Reise-Erfahrene kein leichtes Unterfangen. Es überrascht deshalb nicht, dass die meisten Transsib Touristen den sichereren aber massiv teureren Weg einer begleiteten Pauschalreise wählen. Mit "Gleichsprachigen" lässt sich auch die viele Zeit besser überbrücken, in welcher der Zug stundenlang an der immer gleich aussehenden Taiga vorbeirattert und niemand so genau weiss, nach wie vielen Stunden der Zug wieder einmal an einer Station hält und dem Reisenden wieder einmal ein Gebäude ins Auge sticht. wev/pd
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Geld soll vor allem in den in dieser Region rückständigen öffentlichen Verkehr investiert werden. Zwischenzeitlich liegen bereits zahlreiche Finanzierungs-Zusagen vor.


Auch haben die zuständigen Stellen in Moskau bereits signalisiert, dass sie liberalere Einreise-Bestimmungen für ausländische Touristen erarbeiten wollen. elvigor/pd