
Ein Musikfestival, das eigentlich junge Popkünstler
aus aller Welt zu einem Wettbewerb zusammen bringen soll, ist auch zum
sommerlichen Treffpunkt von Stars aus der internationalen Musikszene geworden.
Obschon in Westeuropa noch völlig unbekannt, erreicht die Veranstaltung
weltweit mehr TV-Zuschauer als der vielbeachtete „Eurovison Song Contest“.
Tallinn, ein typisches Kurzreiseziel
Die estonische Hauptstand Tallinn spielt derzeit noch keine erste Geige im
Bereich der Städtereisen, setzt jedoch einen angenehmen Kontrast zu Kurzreisen
in andere oder westliche Metropolen. Pluspunkt der wichtigen Hafenstadt ist ihre
touristische
Überschaubarkeit. Die schmucke und abwechlungsreiche Altstadt mit ihren schon mehrheitlich hübsch
renovierten Häusern ist kompakt und idyllisch und kann ohne
grosse Stadtwanderungen genossen werden. Im Gegensatz zu vielen bekannteren
osteuropäischen Städten entsprechen die Hotelpreise westlichen Vorstellungen
und sind demzufolge moderat. Tallin präsentiert sich als angenehmes und
interessantes Kurzreiseziel.
Tallin ist die wohl mit Abstand beliebteste
Kurzreisedestination für Finnen, welche sich an einem Wochenende ausgelassen amüsieren
wollten. Die Fähren zwischen Helsinki und Tallin können auf eine treue
Kundschaft zählen, weil der Alkoholkonsum in Tallin im Vergleich zu Finnland „spottbillig“
war. Weil nun Finnland die Alkoholsteuer massiv gesenkt hat, muss Estland
zukünftig wohl auf den Alki-Tourismus verzichten, was für die nordische Hafenstadt
aber
höchstens wirtschaftlich ein Nachteil ist.
Obschon Tallinn eine eigentliche Hafenstadt ist,
kann sie diesem Namen doch kaum gerecht werden. Wer den Hafen besucht, fragt sich,
wann dieser wohl die besseren Zeiten gehabt hat. Beeindruckend sind die grossen,
dort verkehrenden Fährschiffe dennoch. Weit attraktiver ist der historische und
auch bemerkenswert gut erhaltene,
mittelalterliche Stadtkern. Alte Wehrtürme und stattliche Bürgerhäuser
prägen das Bild. Viele neu eröffnete Geschäfte, Cafés und Restaurants
machen
das Flanieren zum Vergnügen. Das Abheben zu kulinarischen „Höhenflügen“ gelingt
eher
selten, zu ungewohnt ist die lokale Küche. Komfortabel sind die renovierten
Etagen der Hotels, angenehm der Aufenthalt in den anderen öffentlichen
Räumen. In vielen der Hotels spielen nationale und internationale Live-Bands und
in den Unterhaltungs- und auch den Tanzlokalen warten die vielen Stadtschönheiten geduldig und adrett aufgepoppt darauf, zum
Tanz aufgefordert und danach vielleicht zu einem Drink eingeladen zu
werden. wev 



Dank dem alljährlichen Musikfestival „Novaia Volna“
(„Neue Welle“) ist der Kurort Jurmala
nach jahrzehntelangem Mauerblümchen Dasein heute bekannter denn je. Der
fast einwöchige Anlass, der Jurmala zu neuem Glanz verhilft, wird jeweils
„live“ von unzähligen TV-Stationen zwischen dem Baltikum und dem Fernen Osten,
aber auch in Südamerika ausgestrahlt.
Neuer Glanz statt alter Mief über
Kurort Jurmala (Lettland)
Baltikum:
Estland, Lettland, Litauen


Copyright(C) 2010/11 reise-boutique.
Alle Rechte vorbehalten.
2010 sorgten hier westliche Stars von Enrique
Iglesias über Toni Braxton und Engelbert Humperdinck bis zu erfolgreichsten
Russischen Sänger und Musiker wie Valery Meladze oder Igor Krutoi und viele
andere für Show-Spektakel. Ganz besonders und einmalig in Jurmala: Die
verschiedenen Topstars treten auch in gemeinsamen Darbietungen vom Duett bis
zum Quartett auf.
Jurmala
ist der größte Küstenkurort in den baltischen Staaten mit einer langen
Kurortgeschichte und ist die Region, wo einst
die Sowjetischen Machthaber von Chrustschow bis Breschnew ihre Sommerzeit
verbrachten und Staats- und Parteigelder verprassten. Es liegt 25 km von der Hauptstadt Riga und 15 km
vom internationalen Flughafen entfernt. Stolz der Stadt sind die reichen
Naturressourcen: heilende Mineralbäder, Torfschlamm, Kiefernwälder, gesundes
Strandklima, weitestgehend naturbelassene Dünen und Sandstrände, die sich auf
33 km erstrecken.
Mit 57'000 Einwohnern in 12 kleineren Siedlungen
versteht sich Jurmala als Kurort, trotz langem Strand nicht als
Badeferiendestination. Das versteht sich klimatisch bedingt, dauert die
„Sommersaison“ doch lediglich von Mitte Mai bis Mitte September und die
Wassertemperatur erreicht in dieser Zeitspanne gerade einmal einen
Durchschnittswert vom 19 Grad.
Das kulturelle Angebot für diesen doch relativ
knappen Zeitraum darf sich sehen lassen und beeindruckt sogar. Rund 100
Konzerte, die meisten im historischen Dzintaru mit Winter- und Sommerbühnen,
Jazzfestival, Klassikfestival, Ballettfestival, Humorfestival und viele
Freiluft-Sommeraktivitäten sorgen für viel Abwechslung für Jung und auch Älter.
Abgerundet wird das durch Restaurants, Cafes und Bars, und mindestens eine
Disco.
Pfeiler des Tourismus sind heute
Rehabilitationszentren und Wellness-Hotels, welche ihren Mief aus früheren
Sowjetzeiten abgelegt haben, renoviert worden und mit ihrem Angebot in der
Gegenwart angekommen sind. Sie bringen 77% der Gäste in die Region. Alternativ
dazu bieten sich die Campingplätze an.
Eine liebenswerte Besonderheit sind die vielen
Kleinhotels in den für diese Region typischen Holzhäusern. Sie verfügen
teilweise gerade einmal über 10 Zimmer und das je nach Haus mit oder
Gastronomie. Für westliche Gäste wirkt das da und dort wie „Ferien auf der
Datscha“.

Obschon Jurmala dank Air Baltic und den Flughafen von Riga
verkehrsmässig sehr gut und ausserhalb der Peak-Season auch sehr preisgünstig
erschlossen ist, gilt der Kurort noch immer eher als typische
Binnen-Destination, die steigende Touristenzahlen (Januar bis Juni 2010 + 17%)
ausweisen kann, wie der Vorsitzende des Stadtrates, Romualds Razuks dazu mit
neuesten Zahlen sagt.
39% der Gäste stammen aus dem Inland, 19% aus Russland, jeweils knapp
10% aus den Nachbarländern Estland und Litauen. Weissrussland, Finnland, Norwegen
und Schweden liegen alle unter 5% und selbst die sonst omnipräsenten Deutschen
Touristen erreichen gerade einmal 2,4 Prozent. Dasliegt sicher daran, dass in
Jurmala neben der Landessprache Russisch und Englisch die verbreiteten
Verständigungssprachen sind. wev
(12.08.2010)