Reisen mit der Bahn

Bahnreisen im Dauerclinch mit Flugpreisen

Bahnreisen gelten als komfortabel,  weil sie praktisch gesamteuropäisch Zentren mit Zentren verbinden und  bei kürzeren Wegstrecken   sogar konkurrenzfähig mit dem Luftverkehr sind.  Nacht- und Hotelzüge passen dabei nicht selten auch besser in das Reiseprogramm, vor allem bei den Geschäftsreisen.  Auch auf Langstrecken können Bahnreisen attraktiv sein,  weil sie bereits zum „Ferienerlebnis“ gehören.  Mit dem förmlichen Zerfall der Flugpreise in ganz Europa und dem immer mehr zunehmenden Erfolg der „Billigflieger“ hat sich der Konkurrenzkampf allerdings  immer mehr zu Ungunsten des Bahnreiseverkehrs entwickelt.  Bahnreisen sind längst nicht mehr „billig“ und heute oft teurer als ein günstiges Flugticket. Dennoch dürfen die vielen Vorteile des Reisens mit dem Zug nicht ganz unterschätzt werden.

Geschäftsreisende wissen längst,  dass viele Destinationen mit dem Flugzeug nicht wesentlich schneller erreicht werden können, als mit dem Zug, denn Transfers zu und von den Flughäfen,  Check-in,  Passkontrollen und möglicherweise Verspätungen nehmen neben dem eigentlichen Flug auch Zeit in Anspruch.  Im Zug dagegen kann entspannt gereist,  erforderlichenfalls auch das Geschäftstreffen vorbereitet,  ein angenehmes Essen genossen werden.  Dank Schlafwagen- oder Hotelzug kann oft auch eine Übernachtung am Zielort eingespart werden.

Touristische Städtereisen mit dem Zug  haben vor allem dort ihre Attraktivität,  wo das Ziel nicht  direkt im Umfeld  eines internationalen Flughafens liegt,  denn die Sehenswürdigkeiten und  viele besuchenswerte Reiseziele  richten sich bekanntlich nicht nach wirtschaftlichen Ballungszentren. Nicht unterschätzt werden darf auch das „Bahnreise-Gefühl“, welches auch heute noch von vielen Menschen genossen wird.

Auf bestimmten Strecken werden Bahnreisen  weiterhin Kunden an  „Billigflieger“ verlieren,  weil sie keinen Preisvorteil mehr bieten können.  Auf anderen Strecken hingegen können sie ihre Attraktivität bewahren, wenn sie sich preislich und das vor allem auch bei angebotenen Pauschalreisen mit attraktiven Hotelangeboten in einem entsprechenden Segment bewegen.                                                                  wev

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Die Rückfahrt nach Moskau nimmer er als „Zug Nummer 18“ jeweils am Sonntag auf. Nach Peking, Berlin, Budapest, Helsinki, Prag und Ulan Bator hat damit Nizza als siebte Stadt ausserhalb Russlands eine Direktverbindung mit Moskau.

Die eingesetzte Zugskomposition besteht aus 3 DeLuxe-Wagen, Sechs Erstklass- und einem Zweitklass-Wagen. Auf den Wegabschnitten Moskau –Brest – Moskau und Warschau – Nizza – Warschau sind je zwei Speisewagen eingesetzt. Angeboten wird Europäische und Russische Küche, das Bedienungspersonal spricht Russisch, Englisch und Polnisch.

Tickets für diese Zugsverbindung können zwischen allen Orten und Staaten entlang der Route gekauft werden. Die Preise belaufen sich für die ganze Strecke Nizza – Moskau oder Moskau Nizza auf € 306 (2. Klasse) bis € 1200 (bei Einzelbenutzung DeLuxe-Abteil).

Die ersten Erfahrung mit dem neuen Luxuszug waren sehr positiv. Nachdem die Jungfernfahrt mit 90 Prozent (darunter auch viele geladene Gäste) ausgelastet war, steigt das Interesse für die regulären Abfahrten nach Angaben der Betreiber von Woche zu Woche. Nicht ganz unerwartet hat aber in der Startphase die schleppende Erteilung von Transit-Visa durch Weissrussland für einige Verärgerung gesorgt. Noch scheint dieses Problem nicht befriedigend gelöst.                                     rb 21.10.2010

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Die „Unsterblichkeit“ des legendären Orient Express

Insgesamt 3052 Kilometer von Paris nach Konstantinopel - die klassische Route des Orient Express bedeutete einst eine große Weltreise. Heute sind die angebotenen Nostalgie-Eisenbahn-Fahrten von westeuropäischen Städten nach Istanbul eine Reise in einer anderen Welt.

Im Mai 1976 nahm der König der Züge, der Star aus Film und Literatur, die Strecke nach Istanbul das letzte Mal unter die Räder. Aber bereits Anfang der 70er Jahre fing der Schweizer Albi Glatt an, auf ausgedehnten Reisen in Europa nach brauchbarem Wagenmaterial des legendären Orient Express zu suchen. Dank seiner Vision und Hartnäckigkeit gelang es ihm, Rollmaterial aus der Belle Epoque wieder auf die Schiene zu bringen.

Der Rückblick in die Geschichte: Am 4. Oktober 1883 dampfte der Orient Express erstmals aus dem Pariser Bahnhof «Gare de l’Est»... Die große Zeit des Orient Express waren die legendären 20er Jahre. In Wagons, die als Salons gebaut waren, mit geschlossenen Abteilen, das Intérieur geschmückt mit Spiegeln und Holzvertäfelungen und gepolsterten Sitzen. Die standesgemässe Reise beanspruchten Zaren, Fürsten, Könige und Staatspräsidenten. Die Liste der Reichen, Berühmten oder auch Eigenwilligen lässt sich beliebig verlängern. Sie beginnt mit König Leopold II von Belgien, König Edward VIII, Aga Khan, Chaim Weizmann, Papst Pius XII, Kaiser Haile Selassie und Mata Hari.

Der Orient Express war in jeder Beziehung eine Pioniertat: Niemals hat ein Zug soviel Prestige besessen; kein anderer Zug der Welt hat politisch, diplomatisch, wirtschaftlich und kulturell eine derart wichtige Rolle gespielt! Die beiden Weltkriege setzten ihm sehr zu. Letztlich war es jedoch die übermächtige Konkurrenz auf der Strasse und in der Luft, die ihn aus dem Rennen warf.

Heute umfasst die Zugskomposition 25 Einheiten. Fündig wurde Albi Glatt auf Schrottplätzen und an Auktionen. Unter dem prestigeträchtigen und vielsagenden Namen „Nostalgie Istanbul Orient-Express“, kurz NIOE, rollt dieser Luxuszug heute wieder über Europas Geleise. Gäste aus aller Welt geniessen jedes Jahr die absolut einmalige Atmosphäre einer Reise an Bord des legendären Zuges.  wev/pd

Im Direktzug von Nizza (Frankreich) nach Moskau

Seit dem 23. September 2010 gibt eis eine direkte Zugverbindung zwischen Nizza und Moskau. Einmal pro Woche, jeweils am Donnerstag, verlässt der „Zug Nummer 17“ den Weissrussischen Bahnhof von Moskau um 16.17 Uhr und erreicht über die Strecke Moscow – Vyazma – Smolensk – Orsha – Minsk – Brest – Terespol – Warschau – Katowice – Zebrzydowice - Bohumin – Breclav – Wien - Linz - Innsbruck – Bolzano – Verona – Mailand - Genua – San Remo – Bordighera – Ventimiglia – Menton – Nizza nach rund 50 Stunden Fahrzeit am Samstagabend um 19.12 Uhr.